Der kleine Braunbär kugelt den Hang vor der Höhle herunter. "Hallo Mama, da bin ich!" Mama Bär nimmt ihn fest in die Arme und schnuppert ihn zur Begrüßung von oben bis unten ab. "Das kitzelt!", quietscht das Bärenkind. "Was hast du heute gemacht?", fragt Mama. Der kleine Bär erzählt. von seinem Abenteuer auf dem Campingplatz, seinem neuen Freund, dem Hund, und diesem seltsamen Ding, das die Menschen "Zelt" nennen, das in Wirklichkeit aber ein kleine, weiche Höhle ist. "Stell dir vor, Mama: Sie können diese Höhle auf- und abbauen und überall mit hinnehmen. Außerdem ist es darin nicht dunkel, sondern die Sonne scheint duch die Wände - ist das nicht toll?" Der kleine Bär macht einen Purzelbaum von Mamas Schoß herab. "hmm, hmm", brummt Mama Bär. "Eine kleine, weiche Höhle, in der es hell ist und die man von einem Ort zum anderen tragen kann - ich weiß nicht, ob mir das gefallen würde." Der kleine Bär staunt: "Warum nicht? In diesem Zelt ist es kuschelig weich, und überleg mal, was wir für Ausflüge machen könnten, wenn wir unsere Höhle immer dabei hätten - sogar Opa Brummbär ganz oben in den Bergen besuchen." Die Bärenmutter wiegt den Kopf hin und her. "Das stimmt. Aber meinst du nicht, dass es im Winter sehr kalt wird in einem Zelt? Die Wände sind so dünn, das ist kein guter Platz, um Winterschlaf zu halten. Überhaupt, wie soll man schlafen, wenn es im Zelt hell ist? Da lobe ich mir unsere dunkle Höhle." - "Vielleicht ist es nur tagsüber hell", setzt der kleine Bär erneut an. "Ich finde unsere Höhle oft zu dunkel." Mama Bär zieht ihr Kind ganz nah zu sich. Sie zeigt zum Himmel. "Sieh dort hinauf. Wenn es dir in der Höhle zu dunkel ist, gehst du einfach hinaus und schaust nach oben. Die Sterne funkeln nur für uns." Das gefällt dem kleinen Bären . "Trotzdem... Kann ich so eine Menschenhöhle bekommen? Bitte!", bettelt er Mama Bär schüttelt den Kopf. "Die sind nicht für Bären gemacht, glaub mir." Sie steht auf und trottet zum Höhleneingang. "Komm mit." Das Bärenkind tappt scmollend hinterher. Beim Abendessen schmollt es, beim Baden ebenso. Aufch noch beim vorlesen. Mama Bär legt frisches Moos auf seinen Schlafplatz. "Leg dich hin." Der kleine Bär nimmt Mamas Hand. "Bleib bei mir, bis ich schlafe"; bittet er. "Na gut", sagt Mama Bär und legt sich neben ihn. Er denkt an das Zelt. Plötzlich fällt ihm etwas ein. "Weißt du Mama, du hast recht. Ein Zelt ist nichts für uns. Da würden wir nicht zu zweit hineinpassen. Und ohne dich will ich nicht schlafen." Er gähnt, kurz drauf schläft er. Mama Bär gibt ihm einen Kuss. "Ich auch nicht ohne dich, mein Schatz. Träum schön, kleiner Bär!"




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