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Der Weihnachtsmann saß gemütlich in seinem Sessel und las bei einer Tasse heiße Schokolade, die Wunschzettel, die ihm Groß und Klein im laufe der Vorweihnachtszeit geschrieben hatten. Im Kamin knisterte ein Feuer, die Katze lag auf seinem Schoß und einer der kleinen Kobolde, die ihm in der Werkstatt halfen, hatte sich an das Kaminfeuer gesetzt und war kurz davor ein zu schlafen.

 

Es war ruhig und kuschelig in des Weihnachtsmannes Wohnzimmer, bis er den Brief der Giraffe entdeckte. „Potzblitz!“ rief der Weihnachtsmann überrascht aus. Die Katze sprang vor Schreck im hohen Bogen von seinem Schoß und landete mitten auf dem Kaminsims, von dem nun einige Kerzen herunter auf den armen Kobold herab regneten. Der Kobold sprang vor Schreck fast in das Kaminfeuer, konnte aber kurz vorher abbremsen. „ Warum erschreckst Du uns so Weihnachtsmann?„ fragte er ein wenig vorwurfsvoll . „ Ihr glaubt ja nicht was sich die arme Giraffe wünscht. Sie hat so oft Halsweh und wünscht sich deshalb einen Schal !“ rief der Weihnachtsmann aus.

 

Der Kobold blinzelte verwirrt „ Das ist doch nichts besonderes, es werden sich doch oft Schals oder Mützen gewünscht. „ sagte er. „ Ja sicher „ antwortete der Weihnachtsmann und erklärte: „ Das Problem bei diesem Schal ist die benötigte Länge. Der Hals einer Giraffe ist sehr lang, etwa 2,80 m. Ein Schal muss darum gewickelt und verknotet werden können. Der muss bestimmt 8 Meter lang sein oder noch länger. Wir haben aber niemand, der so schnell einen so langen Schal stricken oder häkeln kann in der Werkstadt. Es ist schließlich nur noch eine Woche Zeit bis Weihnachten. Woher bekommen wir also nur einen so langen Schal ?“ Der Kobold verstand nun, das es ein Problem gab und überlegte, wo es wohl einen solchen Schal geben könnte.

„ Ruf die Rentiere und packe ein paar Sachen, bat der Weihnachtsmann den Kobold und klang gleich ein wenig fröhlicher „ Ich habe eine Idee!“ rief er lächelnd, während er seine Mütze holte.

 

Es dauerte nicht lange, da saßen der Weihnachtsmann und der Kobold im Schlitten und die Rentiere erhoben sich mit ihnen in die Luft. „Wo wollen wir hin? „fragte der Kobold. „ Wir fliegen nach Neuseeland.“ freute sich der Weihnachtsmann. „Warum denn Neuseeland?“ wunderte sich der Kobold. „Du musst wissen,“ sprach der Weihnachtsmann mit seiner besten Lehrerstimme „dass es in Neuseeland sehr viele Schafe gibt und darum gibt es da auch sehr viel Wolle und wo so viel Wolle ist, da ist bestimmt auch ein langer Schal.“

 

„ Achso!“ antwortete der Kobold aber er war sich nicht ganz sicher, ob es da wirklich einen so langen Schal geben konnte. „Der Weihnachtsmann wird schon wissen was er tut“, dachte er sich und genoss die schöne Schlittenfahrt.

 

Als sie in Neuseeland angekommen waren, steuerte der Weihnachtsmann direkt auf ein Haus zu, das in mitten von Schafherden stand. „Besonders kalt ist es hier ja nicht“, sagte der Weihnachtsmann und zog seine Jacke aus. „ Hahaha“ lachte der Farmer, der gerade aus dem Haus kam. „Wir haben ja auch Sommer hier in Neuseeland zu Weihnachten!“ Das hatte der Weihnachtsmann völlig vergessen und zog nun auch seinen Pulli und die Mütze aus.

„Ich suche einen Schal.“ sprach er den Farmer an. „Das wird im Sommer schwierig aber ich habe einen da zufällig.“ antwortete der Farmer. „Ich brauche einen Schal der mindestens 8 Meter lang ist.“ erklärte der Weihnachtsmann.

„Für eine Giraffe, die oft Halsweh hat.“ „Oh ! Nein so lang ist der Schal nicht... Er ist etwa einen Meter lang. Möchtest Du ihn trotzdem mitnehmen, obwohl er viel zu kurz ist?“ fragte der Farmer freundlich.

Der Weihnachtsmann wusste nicht so recht ob er den Schal nehmen sollte und überlegte. Dem Kobold war es inzwischen so sehr warm geworden, das er keine Lust mehr hatte zu bleiben. Er wollte weiter fliegen und darum antwortete er einfach an Stelle des Weihnachtsmannes „Ja, es wäre nett wenn wir ihn haben dürften!“ und nahm den Schal mit zum Schlitten. „ Wir sollten weiter!“ rief er dem Weihnachtsmann zu und so bedankten sie sich bei dem Farmer und flogen wieder los.

 

„Wohin fliegen wir nun?“ fragte der Kobold. Der Weihnachtsmann zuckte mit den Schultern „Ich weiß es nicht. Hast Du nicht eine Idee, mein kleiner Kobold ? Wir sollten irgendwo hin, wo es auch kalt ist. In warmen Ländern gibt es weniger Schals.“ überlegte er.„Wie wäre denn der Nordpol?“ fragte der Kobold.“ Da hätten sie auch schon eher denken können... direkt vor des Weihnachtsmannes Haustür war es doch kalt und die Menschen würden ihnen sicher helfen. So flogen sie also zurück zum Nordpol und landeten in einem kleinen Dorf.

 

Kaum waren sie gelandet, kamen auch schon die ersten Kinder angelaufen.

„Du bist ja viel zu früh, es ist doch noch gar nicht Weihnachten!“ riefen sie überrascht. Und Du hast den Geschenkesack auch vergessen!“ „Nein, nein!“ beruhigte sie der Weihnachtsmann, ich bin hier, weil ich Eure Hilfe brauche.“

Die Kinder staunten. Der Weihnachtsmann brauchte ihre Hilfe!? Sie waren doch noch klein, wie sollten gerade sie helfen können? „Was können wir denn helfen?“ fragte ein kleines Mädchen, das so warm angezogen war, dass nur ihre Nase zu sehen war, die aus einer kuscheligen Kapuze lugte. „ Ich brauche einen Schal für eine Giraffe. Etwa 8 Meter lang oder länger.“ erklärte der Weihnachtsmann. Die Kinder stellten sich in einem Kreis zusammen und überlegten, wer wohl einen solchen Schal haben könnte.

Nach einer Weile trat ein kleiner Junge vor und sprach den Weihnachtsmann traurig an. „Wir haben einen so langen Schal nicht und wissen auch nicht wo es einen geben könnte.“ „ Nicht so schlimm“ erwiderte der Weihnachtsmann, „ich finde es ganz toll, dass ihr es versucht habt!“ und wollte wieder in seine Schlitten steigen. Da lief ein Mädchen auf ihn zu und wedelte mit einem Schal. „Wir haben den längsten Schal geholt. Er ist bestimmt 2 Meter lang!“ rief sie und war ganz außer Atem. „Das ist doch toll!“ sagte der Weihnachtsmann und nahm den Schal mit in den Schlitten „Vielen Dank!“ rief er den Kindern zu und flog mit dem Schlitten weiter.

 

„Nun fliegen wir nach Finnland“ beschloss der Weihnachtsmann.

„Da ist es jetzt auch kalt. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, das wir einen so langen Schal finden können.“ Dem Kobold war es gerade ziemlich egal wohin sie flogen, er war müde und wollte erstmal ein Schläfchen machen. Er kuschelte sich in die 2 Schals und schlief schnell ein. Als er wieder wach wurde, landeten sie gerade in Rovaniemi in Finnland.

 

Vor einem hübschen Haus, stoppte der Schlitten und sehr schnell waren zwei kleine Nasen zu sehen, die sich an die Fensterscheiben drückten.

 „Hier wohnen Paula und Lotta.“ erklärte der Weihnachtsmann dem Kobold, „vielleicht haben die 2 eine Idee oder sogar einen so langen Schal.“ Der Kobold war neugierig, hopste aus dem Schlitten und ging zur Tür um zu klingeln, doch die Tür ging bereits auf und die 2 kleinen Mädchen standen zusammen mit ihrer Mutti im Flur Sie baten den Kobold und den Weihnachtsmann herein.

Kaum standen sie im gemütlichen Wohnzimmer, fragte der Weihnachtsmann auch schon:

 

 „Na ihr Zwei , ich weiß das ihr brav wart und ich bin auch zu früh aber ich habe eine Frage an Euch. Habt ihr einen Schal der mindestens 8 Meter lang ist? Ich brauchen ihn für eine Giraffe.“ fügte er erklärend hinzu.

Paula und Lotta waren zwar sonst recht aufgeweckt aber der große dicke Weihnachtsmann machte sie ein wenig schüchtern und so schüttelten sie beide nur den Kopf. „ Mama hat!“ piepste Paula leise und flitze aus dem Zimmer.

Kurze Zeit später kam sie freudestrahlend mit einem flauschigem Wollschal zurück und ehe Mama noch etwas sagen konnte, hatte sie dem Weihnachtsmann den Schal schon gegeben. Der Weihnachtsmann fragte die Mama der Beiden „ Darf ich den denn haben ?“ und natürlich hatte sie nichts dagegen. Der Weihnachtsmann bedankte sich und lies noch ein paar Kekse da, bevor er wieder in den Schlitten stieg und weiter flog.

 

„Der ist bestimmt 3 Meter lang!“ staunte der Kobold, als er den Schal zu den anderen legte, in die er sich nun wieder kuscheln wollte. „Leider reichen 3 Meter nicht.“ antwortete der Weihnachtsmann. Wir müssen weiter suchen. „Flieg da hin wo Berge sind“, murmelte der Kobold beim einschlafen, „da gibt es bestimmt lange Schals.“ Der Weihnachtsmann fand die Idee gut und so rief er den Rentieren zu „Es geht in die Schweiz, ihr lieben!“

 

Als die ersten Bergspitzen zu sehen waren, wachte der Kobold wieder auf.

„Wenn wir doch immer so schnell fliegen könnten, wie in der Weihnachtsnacht...“ dachte er bei sich und rieb sich die Augen. Er verkniff sich ein „ Sind wir bald da?“ und versuchte die Schals so zu legen, dass er ganz von ihnen umhüllt war.

 

 Um sie herum waren jetzt überall Berge und an den Berghängen waren einige Skifahrer zu sehen, die im hohen Tempo die Pisten herunter fuhren. Sie bogen in eine kleine Straße ein und hielten vor einem hübschen Haus.

„Hier wohnt Johann“ sagte der Weihnachtsmann und klingelte an der Tür. Johanns Mutter machte die Tür auf und auch Johann kam zu Tür gelaufen. Halb versteckt hinter Mamas Beinen, sah er den Weihnachtsmann mit großen Augen an. Als er jedoch den Kobold erblickte, begann er zu grinsen und rief „Guck, der Hampelmann!“ Der Kobold sah an sich herab und fand er sah viel mehr nach Kobold aus, als nach Hampelmann.

 

„Ich bin ein Kobold.“ erklärte er Johann. „ Bokold“ rief daraufhin Johann aus und hopste zum Wohnzimmer. Die Mama, der Weihnachtsmann und der Kobold, folgten ihm. Sie tranken eine Tasse Tee und der Weihnachtsmann erzählte von seinem Problem.

„Einen so langen Schal, haben wir leider auch nicht. Aber ich kann Dir diesen geben.“ sagte Johanns Mama und holte einen ziemlich langen Wollschal aus einer Schublade hervor.

Johann versuchte in der Zwischenzeit die Glöckchen zu erwischen, die an des Kobolds Mütze baumelten und der Kobold versuchte ihm aus zu weichen.

„Danke Dir!“ sprach der Weihnachtsmann und schenkte Johann eines der Glöckchen, die er immer in der Tasche hatte, weil die Kobolde so oft welche verloren und Ersatz brauchten.

 

"Wohin nun noch?“ grübelte der Weihnachtsmann, als sie wieder im Schlitten saßen.

 

„Noch mehr Berge!“ bestimmte der Kobold, der es liebte, wenn die Sonne über die Berggipfel lugte und das gerne noch mal sehen wollte. „Wir könnten nach Österreich...“ überlegte er und kaum hatte er das gesagt, liefen die Rentiere auch gleich los. Er konnte gerade noch den Schal ausmessen und sich „3 Meter“ auf einem Zettel notieren. Der Kobold machte gerne Listen und so hatte er schon alle Schals und deren Länge aufgeschrieben.

 

Nach einer kurzen Weile hielten sie auf einem Marktplatz an und sahen sich um. Da heute kein Markt war, war es recht leer hier aber nach und nach kamen immer mehr Kinder, mit und ohne Eltern, um zu sehen was der Weihnachtsmann denn schon hier wollte und warum er mitten auf dem Marktplatz stand.

 

Als erstes kam eine Mama mit einer voll besetzen Zwillingskarre und einem kleinem Mädchen an der Hand auf ihn zu. „Ach wie schön!“ freute sich der Weihnachtsmann. „Die kleinen L Mädel. Laura, Lena und Lisa!

Schön Euch hier zu sehen!“ „Ich bin Laura!“ rief Laura, damit es keine Verwechslungen geben konnte. Nachher schenkte ihr der Weihnachtsmann noch Babyspielzeug, weil er sie für eine der 2 kleinen Schwestern hielt. „ Das weiß ich doch.“ schmunzelte der Weihnachtsmann. „Ich kenne doch alle Kinder und lese auch immer aufmerksam die Wunschzettel. Und nicht nur die der Kinder.“

 

Der Weihnachtsmann erklärte das er einen langen Schal brauchte aber niemand hatte einen so langen Schal. „ Du kannst meinen haben. Er ist zwar nicht lang genug aber vielleicht hilft er Dir ja trotzdem.“ sagte Lauras Mama und wickelte sich ihren Schal vom Hals um ihn dem Weihnachtsmann zu geben.

 „Danke , aber geh nun schnell nach Hause, denn ohne Schal wirst Du Dich schnell erkälten!“ sagte der Weihnachtsmann besorgt, legte den Schal zu den anderen Schals, wo der Kobold ihn gleich vermaß und „1 Meter“ auf seinen Zettel schrieb.

 

„Deutschland ist auch ziemlich kalt und in der Nähe. Lass uns dort den letzten Versuch starten, wir haben kaum noch Zeit und haben daheim auch noch so viel zu tun.“ schlug der Weihnachtsmann vor und bat die Rentiere auch schon los zu fliegen.

 

Die Menschen auf dem Marktplatz winkten ihnen noch nach aber schnell waren sie in den Wolken verschwunden. „In welche Stadt wollen wir denn?“ fragte der Kobold. „Hmmm, wir könnten nach Hamburg oder nach Ostfriesland, nach Karlsruhe oder Augsburg, nach Stuttgart, Köln, Bad Berleburg, Göppingen, Brühl, Leipzig, München oder auch Bochum oder oder oder. Überall wohnen so liebe Kinder, die uns helfen wollen.

Ich kann mich nicht entscheiden.“ antwortete der Weihnachtsmann.In diesem Moment ertönte ein leises Piepsen, aus des Weihnachtsmannes Hosentasche. „Du hast eine SMS bekommen.“ bemerkte der Kobold.

Der Weihnachtsmann nahm sein Handy und las die Botschaft, die er eben bekommen hatte. „Aha“, sagte er. „Das war eine Mama aus Hamburg, die ich schon gut kenne. Wir sollen nach Hamburg kommen.“

 

In Hamburg angekommen, steuerten sie auf den Hafen zu.

„Wir werden erwartet“ sagte der Weihnachtsmann und zeigte mit der Hand auf eine kleine Gruppe Mütter mit kleinen Kindern, die erwartungsvoll den Himmel beobachteten. Die Rentiere landeten sanft und der Weihnachtsmann stieg zusammen mit dem Kobold aus, um auf die Mütter zu zu gehen.

 „Hallo Weihnachtsmann“, sagte eine der Mütter und der Weihnachtsmann antwortete mit einem Lächeln. „Hallo Caro, schön das Du hier bist. Was hat denn diese Versammlung zu bedeuten ?“

Caro erklärte ihm, das sie über das Hebammen4u Forum von seinem Problem erfahren hat. Guniem, Tanja und Vansessa hatten nach seinem Besuch bei ihnen, die anderen Mütter informiert.

„Wir wollen helfen!“ erklärte Caro „und darum haben sich einige von uns zusammen getan und Schals gesucht oder gestrickt. Wir haben unsere hier in der Tasche und nun musst Du weiter nach Berlin fliegen, dort warten die Nächsten auf Dich.Sie warten auf dem Alexanderplatz!“

Der Kobold versuchte wieder zum Schlitten zu gelangen aber er war von einigen Kindern umringt die mit ihm spielen wollten. Er bahnte sich vorsichtig einen Weg durch die Kinder, hopste in den Schlitten, gab der kleinen Annika schnell noch einen Beutel Kekse zum verteilen in die kleinen Arme und ehe er „Hohoho!“ sagen konnte, flogen sie auch schon los, schnell wie der Wind.

Die Zeit war knapp und die Rentiere rannten so schnell sie konnten. „Von den Forums Müttern und Kindern aus dem Norden“ las der Kobold auf dem Kärtchen, welches an der Tasche befestigt war.

Der Alexanderplatz war voll mit Leuten, als der Weihnachtsmann landete und dennoch erkannte er sofort die Gruppe Mütter und Kinder, die hier auf ihn warteten.

 „Ach ja natürlich , Lillys Mutter Franziska. Wer sonst hätte hier auf mich warten sollen.“ Er lies einen Blick über die anderen Mütter schweifen, die aus den ganzen Osten angereist waren, nur um ihm zu helfen. Er war unheimlich gerührt, als Franziska ihm die Tasche mit den Schals von den Müttern die im Osten des Landes lebten überreichte.

„So Weihnachtsmann, nun geht Deine Reise nach Stuttgart, zu den Müttern aus dem Süden“ Der Weihnachtsmann konnte gar nicht glauben, das noch mehr Mütter ihm helfen wollten. Und alles für eine einzige Giraffe mit Halsweh.

 

„ Ich hoffe das eine der Mütter nun auch einen so langen Schal dabei hat, wie wir ihn brauchen...“ dachte der Weihnachtsmann. Er bedankte sich bei den Müttern und den Kindern, die inzwischen die Rentiere mit Äpfeln und Karotten gefüttert hatten,lies den Kobold schnell noch ein paar Kekse verteilen und flog eilig Richtung Stuttgart.

Er wollte die Mütter und Kinder, nicht zu lange in der Kälte warten lassen. Der Kobold sah sich inzwischen die Schals aus dem Osten an und fand dabei einen besonders schönen aus Seide. Den legte er zur Seite. Er wollte dem Weihnachtsmann diesen besonderen Schal nachher zeigen.

 

In Stuttgart hatte es gerade begonnen zu schneien und die Wilhelma war fast Menschenleer. Nur eine Gruppe Mütter mit Kindern hatten sich vor der Südamerika Anlage eingefunden und wartete.

Natürlich wusste der Weihnachtsmann auch hier sofort, das sie auf ihn warteten und landete sogleich. „Ich hoffe ihr friert nicht zu sehr !“ rief er den Müttern und Kindern zu, als er vom Schlitten stieg. Eine Mutter trat vor und lächelte den Weihnachtsmann an.

 „Ach Judica, wie schön!„

Freute sich der Weihnachtsmann und streichelte sanft Cosmo, der im Tragetuch vor ihrem Bauch schlief. Die anderen Kinder sammelten sich um den Schlitten, wo jetzt der Kobold Kekse verteilte. „Hier ist unser Beitrag!“ sagte Judica herzlich und überreichte dem Weihnachtsmann eine Tasche voller Schals.

 

„Danke, aber ich habe ein Frage an Dich. Ist hier ein Schal dabei, der etwa 8 Meter lang ist ?“ „ Leider nicht“ bedauerte Judica „aber es sind ein paar dabei die ziemlich lang sind.“ Der Weihnachtsmann war sehr dankbar für diese Hilfe und verbarg seine Sorge darum, ob sich denn noch ein Schal in der richtigen Länge finden würde. Es wurde immer knapper und er wusste nicht wo er noch suchen sollte.

Judica riss ihn aus seinen Gedanken „Du musst nun bitte noch nach Essen in den Gruga Park fahren. Du wirst bei dem Streichelzoo von den Müttern aus dem Westen erwartet.“ „Judica, ist das Dein Ernst?“ frage der Weihnachtsmann erstaunt. „Noch mehr Mütter die helfen wollen?“ „Und ihre Kinder!“ antwortete Judica mit einem Lächeln.

 Wie hatte er nur die Kinder vergessen können. Er schwor sich etwas für diese Mütter und Kinder auszudenken. Etwas ganz besonderes... Aber nun musste er schnell weiter. Im Gruga Park war es sicher nicht wärmer als hier und sicher froren schon ein paar Kinder.

 

„Haben wir noch die Thermokannen mit dem Tee dabei?“ fragte der Weihnachtsmann den kleinen Kobold, als sie in Richtung Essen rasten. „Joa, da sind noch 2 übrig“ stellte der Kobold nach gründlicher Durchsuchung des Schlittens fest. Er war inzwischen mit so vielen Schals angefüllt, dass es nicht so leicht war alles gleich zu finden. Und es war dank der Schals sehr kuschelig warm. Der Kobold wünschte sich, er könne die Schals behalten und sich immer ein kuscheln, wenn es auf die Reise ging.

 

Als sie über den Gruga Park flogen, sah dieser wunderschön aus. Eine dünne Schneedecke bedeckte die Wiesen und Raureif klammerte sich an den Bäumen fest.

 Beim Streichelzoo angekommen, liefen gleich ein paar Kinder zum Schlitten hin und versuchten hinein zu klettern. Der Kobold half ihnen hinein und bereitete ihnen ein warmes Nest. Sie hatten am längsten warten müssen und es war ihnen so kalt, das sie schon fast blaue Näschen hatten. Der Kobold gab ihnen warmen Tee zu trinken und alle kuschelten sich aneinander.

 

Sopie(74) begrüßte den Weihnachtsmann freundlich „Wir haben hier noch ein paar Schals. Ich hoffe sie helfen Dir weiter!?“ Fragend sah sie den Weihnachtsmann an, der nun verlegen wurde.

 „ Ist ein Schal dabei, der etwa 8 Meter lang ist?“, fragte er verlegen und sah dabei auf seine Stiefel herab. „ Nein, natürlich nicht“ antwortete Sopie „Es macht doch auch keinen Sinn für einen Menschen einen so langen Schal zu haben.“

Nun wurde dem Weihnachtsmann klar, wie aussichtslos seine Suche von Anfang an gewesen war. Natürlich hatte Sopie recht. Kein Mensch brauchte einen so langen Schal! Nur eine Giraffe... aber die können nicht stricken.

 

Der Weihnachtsmann war nun traurig und konnte es nicht gut verstecken. „ Was ist den los?“ fragte Julla, die sich inzwischen neben Sopie gestellt hatte und sah den Weihnachtsmann mitleidig an. „ Die Schals sind alle zu kurz!“ brachte der Weihnachtsmann endlich hervor. Er wusste nicht weiter. Plötzlich merkte er, wie jemand an ihm zupfte. Er sah an sich herunter und entdeckte ein kleines Mädchen mit wunderschönen Augen.

 

„ Greta, was möchtest Du denn?“ fragte der Weihnachtsmann. „ Näh sie zusammen!“ sagte Greta einfach nur und ahnte nicht, wie sehr sie damit dem Weihnachtsmann geholfen hatte.

Natürlich! Das war die Lösung! Er nahm Greta auf den Arm und wirbelte sie vor Freude in die Luft. Das eigentlich schüchterne Mädchen lachte laut auf und als sie wieder auf den Boden gesetzt wurde, hatte sie wie von Zauberhand den wunderschönen Seidenschal um den Hals gewickelt, den sie andächtig an ihrer Wange rieb um den schönen weichen Stoff zu fühlen.

 

„Ich danke Euch allen von Herzen!“ rief der Weihnachtsmann ihnen vom Schlitten aus zu, der nun wieder Richtung Nordpol flog.

Die Rentiere gaben nun nochmal richtig Gas und so waren sie flugs am Nordpol angekommen, wo der kleine Kobold mit einem riesengroßen Beutel voller Schals in die Werkstatt eilte, damit aus ihnen ein langer, bunter, wunderschöner Schal zusammen genäht werden konnte.

 

Nach einer Stunde, war der Schal fertig und es waren sogar noch einige Schals übrig. „Die verteilen wir an die Kinder, die in Waisenhäusern leben müssen und keine Eltern haben mit denen sie Weihnachten feiern können. Und an die Kinder die zu arm sind um sich einen Schal kaufen zu können“ beschloss der Weihnachtsmann.

 

So kam es, dass zu Weihnachten für die Giraffe ein Paket mit einem wunderschönen, bunten, kuscheligem Schal, der sogar 12 Meter lang war, unter dem Weihnachtsbaum lag und in der ganzen Welt, Kinder mit Schals beschenkt wurden, die mit soviel Liebe und Hilfsbereitschaft angefüllt waren, das sie immer, wenn sie die Schals trugen auch ein Stück mehr Hoffnung mit sich trugen.

 

Und wenn die ganzen lieben Menschen, die dies möglich gemacht haben abends zum Himmel schauen, so können sie manchmal einen Stern auf blitzen sehen, der ihnen ein Dankeschön zusendet. Das ist das Zeichen des Weihnachtsmannes, der so zeigt, das er nie vergessen wird, was sie für ihn, die Giraffe und die Kinder getan haben.

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