"Hm, lecker", Julia steckt die in die Tüte und suchte sich die letzten roten und gelben Gummibärchen aus. "Lass mich auch mal", beschwerte sich ihr Bruder Tom. "Hey Du hast ja alle roten gegessen." "Da bleiben ja nur noch orange und weiße." "Ein grünes ist auch noch da" wußte Julia. "Das mag ich nicht - genau wie Du!" schimpfte er. Das grüne Gummibärchen ganz hinten in der Tüte zuckte zusammen. "Niemand mag mich", schluckte es schwer."seit einer Woche war die Tüte offfen. Alle anderen Bärchen wurden ausgesucht, nur ich bin übrig geblieben."Es war ganz traurig. Jetzt knüllte Julia auch noch die Tüte zusammen und warf sie Richtung Mülleimer. Dann liefen die Kinder aus dem Zimmer. Das grüne Bärchen war in der Tüte heftig durchgeschüttelt worden und wusste erst mal gar nicht, wo oben und unten war. "Puh, ist mir schwindelig!", stöhnte es und schwankte hin und her, als es sich aus der Tüte herauskämpfte. "Da wird man ja seekrank!" "Was weißt du denn von der See?" fragte ein Papieschiffchen, das auf dem Boden stand. "Nicht viel", antwortete das Bärchen. Das Schiffchen kicherte. "Dachte ich mir`s doch. Komm`wir machen eine Reise." Es war nicht einfach für das Bärchen, den schrägen Schiffsrumpf zu erklettern. Doch dann war es geschafft, und es betrachtete das Zimmer aus einer ungewohnten Höhe.
"Auf geht`s" jubelte das Schiffchen und steuerte einen Milchsee auf dem Boden an. Der war entstanden, als Julie beim Abendessen ein volles Milchglas umgestoßen hatte. Eigrig gab das Bärchen Anweisungen, wie das Schiff fahren sollte. Dann spürte es plötzlich etwas Kaltes an seinem Fuß. Milch sickerte durch die dünne Papierwand. "Wir sinken", rief es und griff schnell zu eienm kleinen Hut. Den hatte wohl ein Spielzeugmännchen verloren. Tropfen für Tropfen schöpfte das Gummibärchen die Milch aus dem Boot. Ihm wurde ganz heiß von der anstrengenden Arbeit. Es schöpfte und schöpfte,doch es kam immer mehr Flüssigkeit nach. Als es seine Arme kaum mehr heben konnte, hörte es auf einmal Schritte näher kommen. Die Kinder waren wieder da - und sie hatten ihre Freundin Laura mitgebracht.
"Schaut mal", Laura entdeckte das Schiffchen sofort. "Mein Schiff", Tom rannte schnell hin un hob es aus der Pfütze heraus. "Das muss erst mal trocknen." entschied er und stellte es auf die Fensterbank. "Wie kommt denn das Gummibärchen da rein?" fragte Julia. "Gummibärchen? Oh sogar ein grünes", freute sich Laura. "Das mag ich am liebsten" Und vorsichtig rettete sie es aus dem nassen Boot. Das Gummibärchen strahlte. Endlich hatte es jemanden gefunden, der es allen anderen Gummibärchen-Farben vorzog. Was war das doch für ein aufregender Tag gewesen. Es gähnte müde und beschloss, in Lauras Tasche erst mal ein langes Schläfchen zu machen.




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